#25 Twizel

Von Queenstown aus fuhren wir durch die atemberaubend schöne neuseeländische Landschaft nach Twizel. Die „Stadt“ liegt im Mackenzie District in der Canterbury Region. Die Region ist für seine dünne Besiedelung und seine fehlende Lichtverschmutzung bekannt und wird als „Dark Sky Reserve“ ausgewiesen. Hier kann man besonders gut die verschiedenen Sternformationen und sogar die Milchstraße sehen. 

Wir haben uns hier für ein paar Nächte auf einem Campingplatz eingemietet und erstmal unser Zelt, welches wir auf dem Hinweg erworben haben, aufgebaut. 

Nein, wir haben natürlich nicht im Zelt geschlafen. Stattdessen haben wir eine Cabin gebucht, eine Kabine mit Bett, Tisch, Kühlschrank und sogar einem Wasserkocher. Duschen, Toiletten und die Küche werden mit den anderen Campingplatzbewohnern geteilt. Da hier gerade der Frühling Einzug hält und wir noch in der Vorsaison sind, war es angenehm ruhig.

Der Campingplatz liegt an einem kleinen See, der im Sommer sicherlich gut besucht ist, jetzt aber beinahe unberührt wirkt. Am Ufer dieses Sees haben wir uns auch in der Sternenfotographie versucht. Die Umgebung ist wirklich stockdunkel, es sind keine künstlichen Lichtquellen zu sehen. Allerdings strahlte der Mond so hell, dass wir zwar viele Sterne sehen konnten, die Milchstraße aber verborgen blieb. Trotzdem ein großartiges Erlebnis!

Von Twizel aus fuhren wir am Folgetag den Lake Pukaki entlang bis ganz ans Ende des Sees, wo sich ein mächtiges Gebirge erhebt. Der höchste Berg dieser Formation ist der Mount Cook, in der Maorisprache Auraki genannt. Auf der Hinfahrt hatten wir ein traumhaftes Wetter mit strahlendem Sonnenschein, was den Lake Pukaki in einem fast unnatürlichen türkisblau erstrahlen lies.

Je weiter wir nach hinten in Richtung der Berge kamen, desto bewölkter und stürmischer wurde es. Aber wer uns kennt weiß – von schlechtem Wetter lassen wir uns nicht aufhalten 😉 Also haben wir alle verfügbaren Kleidungsstücke übergeworfen, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und sind durch die wilde Landschaft marschiert. Am Ende des Weges liegt der sogenannte Kea Point, von wo aus man einen direkten Blick auf das Bergmassiv, die Gletscher und den unterhalb liegenden Gletschersee hatten. Dank der heftigen Windböen wurden von Zeit zu Zeit Wassertropfen und kleine Steinchen vom See zu uns herauf geschleudert, trotzdem war es die beste Jause seit langem!

Am nächsten Tag ging es dann nach Tekapo, einer kleinen Ortschaft am Lake Tekapo. Am Weg dorthin kamen wir wieder am Lake Pukaki vorbei, auch hier hatten wir dank dem traumhaft schönen Wetter einen großartigen Blick auf den Mount Cook.

Der Ort Tekapo selbst ist sehr touristisch geprägt und hat wenig Sehenswertes zu bieten. Direkt am Ufer des Lake Tekapo liegt aber eine kleine, malerische Steinkirche, die täglich hunderte, manchmal auch tausende Touristen anzieht, so auch uns. Wir haben es trotzdem irgendwie geschafft, ein großartiges Foto (fast) ohne Menschen drauf zu bekommen!

Direkt neben Tekapo liegt der Mount John, auf dessen Spitze aufgrund der besonders niedrigen Lichtverschmutzung der Gegend ein Sternenobservatorium gebaut wurde. Vom Café des Observatoriums aus hat man nocheinmal einen wunderbaren Blick auf den Lake Tekapo von oben, aber auch auf die umliegenden Berge und Seen. Beeindruckenderweise ist das Land hier trotz der vielen Seen und Gletscher unglaublich karg. Meist sind die weiten Ebenen von Grasbüscheln bewachsen, gelegentlich sieht man auch stachelige Büsche, jedoch kaum Bäume. 

Nach unserem Besuch des Observatoriums entschlossen wir uns, auch an diesem See bis ganz an sein Ende zu fahren. Im Gegensatz zum Lake Pukaki, an dessen Ende sich ein Besucherzentrum samt Hotelkomplex befindet, ist am Lake Tekapo kaum ein Gebäude zu sehen. Die Straße hinter ging schon bald in eine Schotterpiste über. Plötzlich, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, wechselte die Vegetation von kargen Ebenen zu tiefgrünen Hügeln mit großen Schaf- und Rinderherden. Gelegentlich fand sich auch ein Lupinenfeld neben der Straße. Wir fuhren die Straße bis zum Beginn eines privaten Straßenabschnittes. Hier konnte man bis zum Flussbett des Gletscherflusses gelangen, der den Lake Tekapo speist. Traumhaft schön! Am Rückweg hielten wir noch am Lake Alexandria, einem kleinen See, an dem ein Campingplatz und einige Ferienhäuser liegen.

Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach Dunedin, der schottisch geprägten Stadt im Südosten der Südinsel. Die Fahrt führte uns nochmal an den beiden wunderschönen Seen vorbei, bis wir entlang der Küste in den Süden reisten, aber das ist schon wieder das nächste Abenteuer 😉

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